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14. September 2026

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BBU-Wasserrundbrief Nr. 1254, 22. August 2026

 

Kein Ausweg aus dem drohenden Berliner Wasserkollaps?

 

Durch einen Artikel im Berliner Tagesspiegel ist letzthin erneut deutlich geworden, dass Berlin auf einen Wasserkollaps zusteuert. Am 01.03.26 hat der Tagesspiegel unter der Überschrift „Berlin und Brandenburg verschlafen die Wasserwende“ darauf aufmerksam gemacht, dass Berlin am Tropf der Sümpfungsmaßnahmen des Braunkohleabbaus in der Lausitz hängt. Da die Wasserführung der Spree bis zu 75 Prozent vom abgepumpten Grundwasser aus den Braunkohleabbaugruben abhängt, droht die bisherige Praxis der Berliner Wasserversorgung nach dem Ende des Braunkohleabbaus in den 2030er Jahren an ein Ende zu kommen.

Das ist spätestens seit 2023 bekannt, nachdem eine Studie des Umweltbundesamt die prekären Zukunftsperspektiven für die Wasserversorgung von Berlin und den umliegenden „Speckgürtel“ umrissen hatte. Der Aufsatz im Tagesspiegel unterstellt der Politik, dass sie nicht tatkräftig reagiert, um die Wasserversorgung des Großraums Berlin für die Zeit nach den auslaufenden Wasserlieferungen aus der Lausitz fit zu machen. Der Tagesspiegel meint, dass die Nutzung der Braunkohlegruben als künftige Speicherseen eine Illusion sein könnte. Denn wegen des Klimawandels würde die zunehmende Verdunstung aus den Speicherseen zu immer größeren Wasserverlusten in der Wassermangelregion beitragen. Brandenburg und Berlin, aber auch Sachsen seien „mit der Aufgabe überfordert“, so die Einschätzung des Tagesspiegels.

Immerhin ertüchtigen die Berliner Wasserbetriebe in den nächsten Jahren alle ihre Großkläranlagen mit „Vierten Reinigungsstufen“, um die schwer abbaubbaren Mikroverunreinigungen im Abwasser zu elminieren. Denn wenn immer weniger Wasser aus der Lausitz zufließt, wird der Wasserkreislauf in Berlin immer „enger“: Das Abwasser, das in die Berliner Oberflächengewässer eingeleitet wird, dient wenige Kilometer unterhalb wieder der Trinkwassergewinnung.

Der Artikel zum Nachlesen (mit Zahlschranke) unter
https://www.tagesspiegel.de/wissen/die-rechnung-kommt-noch-wie-berlin-und-brandenburg-die-wasserwende-verschlafen-15261804.html

Mit ähnlichem Tenor war bereits ein großer Aufsatz in der taz am 06.07.25 erschienen. Zu lesen (ohne Zahlschranke)
https://taz.de/Wasserkrise-in-Berlin/!6095825/

Dass die künftige Trinkwasserversorgung in Berlin zu einer Herausforderung werden könnte, war auch schon mehrmals Gegenstand in der Berichterstattung des WASSER-RUNDBRIEFS – so u.a. in den Ausgaben1207/2-3, 1205/1 und 1059/1.

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Mit der "Volltextsuche" links auf dieser Seite finden Sie zahlreiche frühere Artikel.

Drohende Trinkwasserkrise in Berlin
– hat die Politik die Lösung?

 

Am 22.05.26 hat auch die Süddt. Ztg. die drohende Wasserknappheit in der Bundeshauptstadt in einem großen Artikel aufgegriffen. Gleich ein ganzes Autorenkollektiv lädt zu einer feuilletonistischen „Erkundungsreise entlang der Spree“ ein, um an den wasserwirtschaftlichen Brennpunkten im Spreeeinzugsgebiet die düsteren Perspektiven für den Spreewald und die Berliner Trinkwasserversorgung zu erläutern. Wegen des auslaufenden Braunkohleabbaus und der damit ausfallenden Sümpfungswässer würden „dramatische Nachschubprobleme“ drohen. Die SZ schreibt:

„Wasser wird knapp, an immer mehr Orten in Deutschland. Nirgendwo aber spitzt sich die Lage hierzulande gerade mehr zu als in Berlin und im Osten Deutschlands entlang dieses Flusses. Und nirgends wäre schnelles Handeln dringender. (…) Es bahnt sich hier der erste wirklich große Verteilungskampf um Wasser in Deutschland an. Und Berlin droht ihn zu verlieren.“

Angesprochen wird auch die in Erwägung gezogene Überleitung von Elbewasser in das Einzugsgebiet der Spree. Derartige Planungen würden jedoch von den Landesregierungen in Sachsen und in Sachsen-Anhalt entschieden abgelehnt (vgl. RUNDBR. 1159/3). Aber: „Wenn die Elbe-Überleitung nicht kommt, wird es den Spreewald, wie wir ihn heute kennen, nicht länger geben“, wird in der SZ ein Wassserwirtschaftsexperte zitiert. „Ganz einfach, weil zu wenig Wasser da ist.“ Der Spreewald würde teil- und zeitweise „trockenfallen“. Und für Berlin würde es ebenfalls knapp:

„Mindestens acht bis zehn Kubikmeter Wasser muss die Spree im Idealfall pro Sekunde in den Spreewald schaffen, um das System dort aufrechtzuerhalten. Am Ende des Spreewalds dann, in Richtung Berlin, sollten möglichst noch vier bis fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Wald heraus in die Spree fließen. In den Trockenjahren 2018 bis 2022 aber sei es im Sommer häufig nur noch weniger als ein Kubikmeter pro Sekunde gewesen“,

wird ein weiterer Wasserfachmann zitiert. Und 2019 „waren wir sogar hart an der Null“. Wie in den zuvor genannten Artikeln wird auch in der SZ der Eindruck vermittelt, dass die Politik in Berlin und Brandenburg dem eskalierenden Problem nicht gewachsen sei.

Der Aufsatz „Was, wenn das Wasser versiegt?“ ist bei Nutzung eines Probeabos für 99 Cent unter
https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/spree-wasser-klima-fluesse-e803177/?reduced=true
downloadbar.

Statt Seenlandschaft – Tagebau trocken rekultivieren!

Die bisherige Strategie, die ausgebeuteten Braunkohletagebaue in Seenlandschaften umzumodeln, wird in Umweltverbandssicht wegen der Zunahme der Verdunstung kritisch gesehen. Die im Bau befindliche Seenlandschaft als „Speicherregulatorium“ könne auf Dauer nicht funktionieren. „Nötig wäre, in der Bergbaufolgelandschaft möglichst wenig Seen anzulegen und stattdessen möglichst viele Landflächen zu rekultivieren“, wird in der SZ die Meinung von René Schuster von der Grünen Liga in Brandenburg wiedergegeben.



Der BBU-WASSER-RUNDBRIEF berichtet regelmäßig über die Angriffe auf die kommunale Daseinsvorsorge. Interessierte können kostenlose Ansichtsexemplare anfordern.
Clip-Fisch 2

 
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