Durch einen Artikel im Berliner Tagesspiegel ist letzthin erneut deutlich geworden, dass Berlin auf einen Wasserkollaps zusteuert. Am 01.03.26 hat der Tagesspiegel unter der Überschrift „Berlin und Brandenburg verschlafen die Wasserwende“ darauf aufmerksam gemacht, dass Berlin am Tropf der Sümpfungsmaßnahmen des Braunkohleabbaus in der Lausitz hängt. Da die Wasserführung der Spree bis zu 75 Prozent vom abgepumpten Grundwasser aus den Braunkohleabbaugruben abhängt, droht die bisherige Praxis der Berliner Wasserversorgung nach dem Ende des Braunkohleabbaus in den 2030er Jahren an ein Ende zu kommen.
Das ist spätestens seit 2023 bekannt, nachdem eine Studie des Umweltbundesamt die prekären Zukunftsperspektiven für die Wasserversorgung von Berlin und den umliegenden „Speckgürtel“ umrissen hatte. Der Aufsatz im Tagesspiegel unterstellt der Politik, dass sie nicht tatkräftig reagiert, um die Wasserversorgung des Großraums Berlin für die Zeit nach den auslaufenden Wasserlieferungen aus der Lausitz fit zu machen. Der Tagesspiegel meint, dass die Nutzung der Braunkohlegruben als künftige Speicherseen eine Illusion sein könnte. Denn wegen des Klimawandels würde die zunehmende Verdunstung aus den Speicherseen zu immer größeren Wasserverlusten in der Wassermangelregion beitragen. Brandenburg und Berlin, aber auch Sachsen seien „mit der Aufgabe überfordert“, so die Einschätzung des Tagesspiegels.
Immerhin ertüchtigen die Berliner Wasserbetriebe in den nächsten Jahren alle ihre Großkläranlagen mit „Vierten Reinigungsstufen“, um die schwer abbaubbaren Mikroverunreinigungen im Abwasser zu elminieren. Denn wenn immer weniger Wasser aus der Lausitz zufließt, wird der Wasserkreislauf in Berlin immer „enger“: Das Abwasser, das in die Berliner Oberflächengewässer eingeleitet wird, dient wenige Kilometer unterhalb wieder der Trinkwassergewinnung.
Der Artikel zum Nachlesen (mit Zahlschranke) unter
https://www.tagesspiegel.de/wissen/die-rechnung-kommt-noch-wie-berlin-und-brandenburg-die-wasserwende-verschlafen-15261804.html
Mit ähnlichem Tenor war bereits ein großer Aufsatz in der taz am 06.07.25 erschienen. Zu lesen (ohne Zahlschranke)
https://taz.de/Wasserkrise-in-Berlin/!6095825/
Dass die künftige Trinkwasserversorgung in Berlin zu einer Herausforderung werden könnte, war auch schon mehrmals Gegenstand in der Berichterstattung des WASSER-RUNDBRIEFS – so u.a. in den Ausgaben1207/2-3, 1205/1 und 1059/1.
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