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2. März 2008

 

 

 

 

 

 

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WasserInBürgerhand!

BBU-Wasserrundbrief, 29.1.2008

 

Werra-Anrainerkommunen organisieren
sich gegen Kali+Salz-Konzern

 

 

Die Anrainerkommunen der Werra haben am 11.12.2007 den Wasserrechtsspezialisten, Prof. Dr. RÜDIGER BREUER (s. RUNDBR. 843/2-3, 511/3-4, 379/3) ermächtigt, wegen illegaler Salzeinleitungen in die Werra Strafanzeige gegen den die K+S AG zu stellen. Damit erreichen die Auseinandersetzungen um die Einleitung von Abraumsalzen im Vorfeld der beantragten „Salzpipeline“ (s. 870/4, 859/2-3) einen neuen Höhepunkt.

Mangels „Salzpipeline“ transportiert der Kalikonzern nämlich bereits jetzt in Tankwagons und in Lkws Salzlauge aus dem Fuldaeinzugsgebiet ins Werraeinzugsgebiet: Haldenabwässer, die im Werk Neuhof anfallen, werden in die Werke Hattorf oder Wintershall transportiert und dort in die Werra eingeleitet. Um diesen Sachverhalt zu kaschieren, wird die Salzlauge zunächst im Werk Neuhof als Produktionswasser verwendet – und erst dann in die Werra gepumpt. Der Transport der Salzlaugen aus den „Fuldawerken“ und das darauf folgende Einleiten via „Werrawerke“ ist nach Ansicht der Klagegemeinden durch die wasserrechtlichen Bescheide der K+S nicht gedeckt:

„Die faktische Vorwegnahme der dauerhaften Haldenabwassereinleitung in die Werra ist wegen des Erlaubnismangels nicht nur ein Verstoß gegen ein verwaltungsrechtliches Verbot, sondern zugleich eine unbefugte Gewässerverunreinigung gem. § 324 Abs. 1 Strafgesetzbuch,“

heißt es im Jahresbericht 2007 der „Anrainerkonferenz e.V. in Gründung“. Dieser Jahresbericht informiert darüber hinaus, wie die drohende „Salzpipeline“ der K+S die Anrainerkommunen der Werra und darüber hinaus der Weser in NRW und in Niedersachsen - trotz aller Differenzen - zusammengeschmiedet hat.

Im Jahresbericht wird auch die Vermutung geäußert, dass es der K+S derzeit nur darum geht, Zeit zu schinden. K+S engagiere sich weltweit in neuen Kaliminen. Wenn diese zusätzlichen K+S-Werke ihre volle Produktionskapazität erreicht haben, könnte sich der Konzern aus seinen Werken an Fulda und Werra verabschieden – und dabei gigantische Altlasten hinterlassen.

Der Jahresbericht ist lesenswert für alle, die einen kurzgefassten Überblick bekommen wollen, was sich alles im ereignisreichen Jahr 2007 in Sachen „Weserversalzung“ – und Widerstand dagegen – abgespielt hat. Um die Schlagkraft des kommunalen Bündnisses gegen den Kaligiganten zu stärken, wurde im Dezember 2007 die „Anrainerkonferenz e.V. in Gründung“ aus der Taufe gehoben.

Bezug des Jahresberichtes als pdf-Datei über
Herrn Dr. Walter Hölzel
Erster Stadtrat Witzenhausen
Tel. 05545-95 01 08
mobil 0160-57 164 76 mailto:Walter.Hoelzel@web.de



Der BBU-WASSER-RUNDBRIEF berichtet regelmäßig über die Angriffe auf die kommunale Daseinsvorsorge. Interessierte können kostenlose Ansichtsexemplare anfordern.

 

 
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