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12. März 2026

 

 

 


 

 

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WasserInBürgerhand!

BBU-Wasserrundbrief Nr. 1245, 13. Februar 2026

 

Keiner da, der die kaputte Wasserleitung repariert?

 

Mit dem Fachkräftemangel beim Ausbau der Energie- und Wassernetze sowie der Kanalisationen beschäftigte sich Manfred Hochbein in dem Aufsatz „Auswirkungen der Energiewende auf den Ausbau der Stromnetze und den Leitungsbau“ in 3R – Rohrleitungsgebundene Infrastruktur 1-2/2025, S. 66 – 73. Der Mitarbeiter der GELSENWASSER AG postulierte bezüglich der Wasserleitungsinfrastruktur, dass in das etwa 40.000 km umfassende Leitungsnetz „erheblich“ investiert werden muss, „um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“ (siehe Kasten). Um die alternden Rohrnetze der Trinkwasserversorger fit für die Zukunft machen zu können, müssten bis 2030 etwa 10 Mrd. Euro investiert werden. Die Leitungsbauunternehmen im Bereich der Wasserversorgung seien allerdings „stark ausgelastet, da die Nachfrage nach Modernisierungen und Erweiterungen“ ansteige.

Zum Zustand der Kanalisationen in Deutschland schreibt der Autor, dass das 100.000 km umfassende Abwasserkanalsystem vielerorts „in die Jahre gekommen“ sei und „dringend saniert werden“ müsste, „um Leckagen zu verhindern und den ökologischen Anforderungen gerecht zu werden“. Hochbein schätzt, dass der Modernisierungsbedarf bis 2030 einer Investition von etwa 15 bis 20 Mrd. Euro bedarf – und weiter: „Die Bauunternehmen im Bereich der Abwassernetze arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze, da der Sanierungsstau in vielen Regionen groß ist.“ Um die Projekte „effizient abzuwickeln“, seien „zusätzliche Fachkräfte“ erforderlich. Auch wenn der Fokus auf dem Investitionsbedarf und dem Fachkräftemangel bei den Energienetzen liege, seien die Wasser- und Abwassernetze ebenfalls „stark betroffen“. Zu den dringenden Maßnahmen, um den Defiziten abzuhelfen, gehören für den Autor neben einer intensivierten Aus- und Weiterbildung u.a. auch eine Förderung des Zuzugs von Fachleuten aus dem Ausland. Weitere Auskunft zum Investitionsbedarf, zur Auslastung der Baufirmen und zum Fachkräftebedarf bei den Strom-, Wasserstoff-, Fernwärme-, Wasser- und Abwassernetzen bei

Dipl.-Ing. Manfred Hochbein MBA
Gelsenwasser AG, Gelsenkirchen
E-Mail: manfred.hochbein@gelsenwasser.de

Wie lang ist das Trinkwasserversorgungsnetz
in Deutschland?

Uns kam es spanisch vor, dass in dem zuvor genannten Fachzeitschriftenaufsatz die Länge des Kanalnetzes mit 100.000 km angegeben worden ist, die Länge des Trinkwassernetzes aber nur mit 40.000 km veranschlagt worden war. Auf Rückfrage hat uns der Autor mitgeteilt:

Besten Dank für den Hinweis. Hier hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen. Insgesamt haben wir in Deutschland eine Trinkwasser-Leitungslänge von 544 000 km. Ich hatte das reduziert auf einen Erneuerungsbedarf von 400 000 km und nicht auf 40 000 km.
-n.g.-


Der BBU-WASSER-RUNDBRIEF berichtet regelmäßig über die Angriffe auf die kommunale Daseinsvorsorge. Interessierte können kostenlose Ansichtsexemplare anfordern.
Clip-Fisch 2

 
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