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27. Dezember 2010

 

 

 

 

 

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  Recht und Unrecht  

WasserInBürgerhand!

BBU-Wasserrundbrief, 10.12.2010

Trinkwasserverordnung:
Urangrenzwert gebongt –
Radioaktivität bleibt unterbelichtet

 

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 26.11.10 der novellierten Trinkwasserverordnung (TVO) seine Zustimmung gegeben. Eines der wichtigsten Highlights der überarbeiteten TVO: Nach jahrelangen Auseinandersetzungen gibt es jetzt endlich einen Grenzwert für das toxische Schwermetall Uran in Höhe von 10 Mikrogramm pro Liter (s. RUNDBR. 953/2-3, 898/4, 896/4 u. 867/2-3).

Allerdings bedauern der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Umweltverbände, dass der Bundesrat nicht die von der Bundesregie-rung vorgeschlagenen Regelungen zur Radioaktivität mitgetragen hat. Mit Unterstützung des BDEW haben Fachbeamte einen Leitfaden erarbeitet, wie die Radioaktivität im Trinkwasser entsprechend der EG-Trinkwasserrichtlinie überwacht werden kann. Vor allem Bayern – das eh gern den Stachel gegen Brüssel löckt – erschienen die Vorgaben zur Überwachung der Radioaktivität viel zu bürokratisch.

Dabei ist der Leitfadenentwurf sehr pragmatisch orientiert. Nur die Wasserversorgungen müssen auf Radioaktivität überwacht werden, bei denen aufgrund eines Screenings einiges darauf hindeutet, dass aufgrund der geogenen Verhältnisse oder anderer Umstände tatsächlich auch mit radioaktiven Stoffen und Gasen im Trinkwasser zu rechnen ist.

Der BDEW forderte deshalb am 26.11.10 alle Beteiligten auf, „jetzt schnellstmöglich eine Einigung über eine weitergehende, untergesetzliche Regelung in dieser Frage herbeizuführen".

Wir haben uns in diesem Sinne ebenfalls schriftlich an die Ministerpräsidenten und Umweltminister der Bundesländer gewandt. U.a. haben wir darauf hingewiesen, dass angesichts der aktuellen Debatte um die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, der erhöhten Leukämieraten im Umkreis des abgesoffenen Atommülllagers in Asse und der verschobenen Geschlechterverhältnisse bei Neugeborenen im Umkreis von deutschen und schweizerischen Atomkraftwerken ein Verzicht auf eine Erhebung der Radioaktivität in Trinkwässern der Öffentlichkeit verdächtigt vorkommen könnte.


Der BBU-WASSER-RUNDBRIEF berichtet regelmäßig über die Angriffe auf die kommunale Daseinsvorsorge. Interessierte können kostenlose Ansichtsexemplare anfordern.

 

 
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